Nepal, Sharminub Kinder

Das Sharminub Institut ist ein Bildungs- und Retreatzentrum und nicht wirklich auf Kinder ausgelegt. Trotzdem suchen dort inzwischen immer mehr Kinder Zuflucht, die natürlich dann trotzdem aufgenommen werden. Für sie muss nicht nur eine Unterkunft geschaffen werden, sondern auch Ausbildungsmöglichkeiten. Im Moment leben 88 Jungen dort, die zwischen 6 und 15 Jahre alt sind. Sie kommen aus dem Himalaya Gebiet und sind vielfach Waisenkinder, die nach dem Tod ihrer Eltern (vor allem durch das verheerende Erdbeben 2015) vorübergehend bei Verwandten lebten und nun nach Sharminub gebracht wurden. Oder sie kommen dahin, weil sie aus sehr armen Verhältnissen stammen und ihre Eltern kein Geld für die schulische Ausbildung haben.
Wenn sie im Sharminub Institut ankommen, besitzen sie meist nicht mehr als das, was sie gerade auf dem Leib tragen. Manche Kinder sind auch krank und müssen erst mal medizinisch versorgt werden. In der Regel werden sie mit nepalesischer Medizin behandelt, da westliche Medikamente zu teuer und oft auch nicht vorhanden sind. Hier erhalten sie alle lebensnotwendigen Dinge wie Essen, Kleidung, einen Schlafplatz, schulische Utensilien und eben auch Medizin. Mit einem Schmunzeln berichtet Lama Ngawang, dass viele Jungen recht wild und ungestüm seien und wenig Erziehung erfahren haben.

WhatsApp Image 2017-06-05 at 20.04.34

Die Lehrer und Betreuer haben einerseits die Aufgabe wichtige Regeln des Zusammenlebens zu vermitteln, was sicherlich nicht immer einfach ist, wenn z.B. 25 Kinder gemeinsam in einem Schlafsaal untergebracht sind. Die meisten schlafen zu zweit auf einer Matratze aufgrund des Platzmangels. Andererseits bringen sie ihnen auch Alltagsgepflogenheiten bei, die für uns selbstverständlich sind: sie lernen, wie man sich wäscht und dass man sich regelmäßig wäscht, wie man Zähne putzt und seine Kleidung wäscht, wie man mit dem Löffel isst, wie man etwas Ordnung hält etc.
Ergänzend zur allgemeinen schulischen Ausbildung erhalten einige Kinder auch eine buddhistische Schulung. Die Lehrer, die sich um die schulische Ausbildung kümmern, sind Acharyas oder ehrenamtlich Tätige, die einer normalen Berufstätigkeit nachgehen und in ihrer Freizeit hauptsächlich Nepali und Englisch unterrichten. Alle Kinder lernen lesen und schreiben in den Sprachen Nepali, Tibetisch und Englisch. Neben dem Schulunterricht haben die Kinder natürlich auch Frei- und Spielzeit. Dann bolzen sie gerne mit dem Fußball, spielen Badminton oder Kricket und üben sich in Seilspringen. Zum Abschied unseres kleinen Interviews berichtet Lama Ngawang, dass einige der kleinen Jungen am Telefon gefragt hätten, wann er wiederkomme. Sie vermissen ihn. Er lächelt, als er sagt, er fühle sich manchmal wie ein Vater für sie.
All dies ist nur möglich, weil es Spender/innen gab und gibt, die dieses Projekt unterstützen. Auch Spenden für Schulmaterialien sind sehr wichtig. Jedes Kind benötigt mindestens drei Lehrbücher (Tibetisch, Nepali, Englisch) und sonstige Schulutensilien, um erfolgreich am Unterricht teilnehmen zu können. Obwohl es manchmal auch großzügige Einzelspenden gibt, ist die Versorgung nach wie vor sehr schwierig aufgrund der hohen Zahl an zu versorgenden Kindern.

Daher sind eure Spenden weiterhin sehr, sehr willkommen. Eine Patenschaft von € 30 monatlich kann z.B. die Versorgung eines Kindes sichern. Außerdem werden dringend freiwillige Helfer benötigt, die nicht nur in der Erziehung mitwirken, sondern auch unterrichten (Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften). Das können zum Beispiel auch Abiturienten sein, die einen Auslandsaufenthalt vor haben. Mindestens 3 Monate sollte der Aufenthalt dauern. Bei Interesse gerne melden, wir geben dann weitere Infos.