Nepal, Schul- und Wasserprojekte im Tsum Valley

Chumba lebt mit seiner Familie im Allgäu. 2009 ist er zum ersten Mal nach 30 Jahren in sein Heimattal Tsum-Valley zurückgekehrt, um seine Mutter wiederzusehen. Von dort war er als siebenjähriger Junge nach Kathmandu geschickt worden, weil seine Mutter ihn nicht ernähren konnte. Als er nun die Armut und Einfachheit in seiner Heimat sah, fragte er spontan die Dorfgemeinschaft, was sie am meisten bräuchten. Sie baten ihn, eine Schule für ihre Kinder einzurichten. 2012 wurde daraufhin die erste Schule im Tsum Tal gebaut. Seither besucht Chumba seine alte Heimat ein oder zweimal im Jahr, um dort Unterstützung zu leisten.

Wasser-Projekt, gebaut 2016

Die spärlichen Wasserquellen an den Berghängen des Himalaya sind nach dem Erdbeben 2015 zum großen Teil versiegt und seit Monaten gibt es dort kein Wasser mehr. Die Mädchen und Frauen müssen täglich zu Wasserstelle gehen, die eine Stunde entfernt ist. Chumba sorgte dafür, dass die Dorfgemeinschaft Gerimoditar/Dholakar eine Wasserstelle in ihrer Nähe bekam. Dazu musste aus der Quellgegend im Nachbartal Wasser über den Bergkamm gepumpt werden. Das Projekt war ein voller Erfolg. 70 Häuser haben nun einen Wasch- und Wasserplatz in unmittelbarer Nähe, was den Alltag deutlich erleichtert.

Das Projekt wurde durch Rapunzel und Hand-in-Hand gefördert.

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Bau einer Solaranlage für ein Krankenhaus, gebaut 2016

Lama Pasang aus dem Tsum Tal richtet gemeinsam mit vielen Helfern von dort ein einfaches Krankenhaus mit Geburtsstation ein – in Lamagaun. 2015 schon bat er Chumba um Hilfe für eine Solaranlage, so dass das Krankenhaus Licht und vor allem auch im Winter einen beheizbaren Geburtsraum hat. Dieser Wunsch konnte in diesem Jahr (2016) erfüllt werden.

Auch konnte Chumba weitere 460 Dampfdrucktöpfe verteilen, so dass nun jede Familie im Tsum Tal einen eigenen Dampfdrucktopf hat, was für die Zubereitung der Mahlzeiten eine große Erleichterung darstellt.

 

Erdbebenhilfe 2016

Im September 2016 fand Chumba eine Organisation, die bereit war, umsonst für uns Dampfdrucktöpfe ins Tsum Tal hochzufliegen. So erhielten alle Familien aus dem oberen und unteren Tsum Tal die sehr hilfreichen Dampfdrucktöpfe – insgesamt 770 Stück. Von weither kamen die Familien angelaufen und Dorf für Dorf wurde versorgt. Die jeweiligen Dorfräte hatten genaue Listen geführt, damit jede Familie einen Topf bekam.

Schule in Yarcho, gebaut 2015

Nachdem die Schulen in Chhekampar und in Ripchet gebaut waren, haben auch die Dorfbewohner des abgelegenen Dorfes Yarcho Chumba um den Bau einer Schule gebeten. Daraufhin wurde 2015 dort oben, gemeinsam mit dem Dorfrat, ein Stück Land für die Schule gesucht, das genau zwischen den drei Dörfern um Yarcho liegt. So können die Kinder aus all diesen Dörfern in die Schule gehen. Das Schulgebäude ist einen Monat später beim Erdbeben unversehrt stehen geblieben und konnte so vorübergehend als gute Unterkunft für die Menschen genutzt werden.

 

 

Wasserleitung in Hawandara und Satellitentelefon in Ripchet, 2014

Es gibt nur einen einzigen Handelsweg, der ins Tsum Tal führt und täglich steigen hunderte von Menschen und große Karawanen hier hoch. Auf der Strecke gibt es über einige Kilometer kein Wasser und nur eine einzige Teestube in Hawandara. Nachdem der kinderlose Betreiber der Teestube einen Schlaganfall erlitten hat, musste seine Frau täglich alleine das Wasser vom Fluss weit unten hochtragen. Mit Chumbas Hilfe wurde nun eine Wasserleitung dorthin verlegt, damit Reisende weiterhin versorgt werden können und auch der Lebensunterhalt der Frau gesichert ist.

Ripchet, das Dorf, in dem die zweite Schule entstand, ist sehr unzugänglich – ohne Verbindung zur Außenwelt. Mit Chumbas Hilfe konnte nun ein Satellitentelefon installiert werden, das die Dorfbewohner gemeinsam in einer Art Genossenschaft betreiben. So können sie ihre Verwandten in Kathmandu anrufen und vor allem auch um ärztliche Hilfe bitten, wenn sie benötigt wird.

 

Schule in Ripchet, unteres Tsum Tal, gebaut 2013

Nachdem die erste Schule in Chhekampar gebaut war, sind auch die Kinder aus Ripchet dorthin gegangen. Allerdings mussten sie täglich einen dreistündigen Fußweg bewältigen. Auf die Bitten der Eltern hin, wurde 2013 direkt in Ripchet eine weitere Schule von Chumba und den Dorfbewohnern gebaut. Diese Schule wurde von Anfang an auch von den Müttern besucht, sodass dort gleich zwei Lehrerinnen benötigt wurden. Leider wurde diese Schule während des verheerenden Erdbebens 2015 komplett zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Übrigens: der buddhistische Lehrer Lopön Tsechu Rinpoche hatte im Tsum Tal zwei von seinen vier Klöstern und hat immer wieder lange Retreats (Zurückziehungen) hier gemacht, u.a. weil es hier auch eine Höhle des berühmten tibetischen Yogi Milarepa gibt.

 

 

Schule in Chhekampar, gebaut 2012

Die Mehrzahl der Bevölkerung im Tsum Tal ist analphabetisch, da die nepalesische Regierung erst Ende 2008 die Grenzen zu diesem Tal für Fremde geöffnet hat. Bis dahin war es ein ‚Restricted Area‘, ein Gebiet, das nur bestimmten Personen zugänglich ist. Dadurch jedoch konnte die buddhistische Kultur in diesem ‚vergessenen‘ Tal wie kaum woanders auf der Welt unberührt erhalten bleiben!

Um den Kindern dort den Anschluss an die heutige Welt zu gewähren, hat Chumba 2012 in seinem Heimatdorf zusammen mit den Dorfbewohnern die erste Schule gebaut, welche mit großer Freude angenommen wurde. Auch Mütter können dort lesen und schreiben lernen.